Das Letzte, was Eltern erwarten, nachdem sie ihr Kind ins Bett gebracht haben, sind seltsame Geräusche aus dem Kinderzimmer. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um Zähneknirschen, das bei Kindern häufiger vorkommt, als man denkt. Warum knirschen Kinder im Schlaf mit den Zähnen? Und weshalb ist es nicht ungewöhnlich, dass Kinder auch tagsüber mit den Zähnen knirschen?
Zähneknirschen, fachlich Bruxismus genannt, ist eine recht häufige Diagnose, unter der bis zu 30 % der Kinder leiden und die am häufigsten durch Stress und Angst verursacht wird. Doch kann Zähneknirschen auch auf eine verborgene Schlafstörung (wie etwa Schlafapnoe) oder ein orthodontisches Problem (schiefe oder fehlende Zähne, abnormaler Biss) hinweisen. Zunächst muss die Ursache des Zähneknirschens festgestellt werden, um anschließend eine geeignete Behandlung zu finden. Längeres Zähneknirschen kann nämlich Schmerzen im Kiefer, Kopf sowie künftige Zahnprobleme verursachen.
Alle Kinder können knirschen
Zähneknirschen ist unabhängig von Alter und Geschlecht und betrifft nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene. Bei letzteren ist Stress die häufigste Ursache, während bei Kindern nicht immer zwangsläufig Stress der Grund sein muss.
Kleinkinder im Alter von 2-4 Jahren
In dieser Altersgruppe wird Zähneknirschen häufig mit dem Zahnen und dem Wachstum des Kiefers in Verbindung gebracht – die meisten Fälle erfordern keine spezielle Behandlung. Wichtig ist, auf eine gesunde Schlafhygiene, Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt (ja, auch wenn das Kind noch keine Zähne hat) und das psychische Wohlbefinden zu achten. Ein Arztbesuch sollte nicht aufgeschoben werden, wenn das Knirschen häufig und sehr laut auftritt.
Kinder im Alter von 5-8 Jahren
In diesem Alter kann das Zähneknirschen weiterhin mit dem Zahnwechsel (jetzt bleibende Zähne) zusammenhängen, zusätzlich kann aber auch Stress, meist bedingt durch die Schule, eine Rolle spielen. Die Behandlung besteht häufig aus einer Zahnschiene und regelmäßigen Kontrollbesuchen beim Arzt, der den Zustand des bleibenden Gebisses überwacht.
Kinder ab 9 Jahren
Bei anhaltendem Zähneknirschen in diesem Alter ist professionelle Aufmerksamkeit ratsam, da es mit orthodontischen Problemen, Schlafstörungen oder dauerhaftem Stress einhergehen kann. Eine gründliche Untersuchung zur Ursachenfindung und eine rechtzeitige Therapie sind empfehlenswert. Diese kann eine stabilisierende Behandlung mit einer Zahnschiene, Zahnspange oder therapeutische Maßnahmen umfassen.

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Zähneknirschen nicht ignorieren
Zähne sind zum Kauen von Nahrung gedacht und nicht zum Beißen in harte Gegenstände. Regelmäßiges Zähneknirschen führt zu starkem Verschleiß, was zu Rissen, Absplitterungen und Schäden am Zahnschmelz führen kann. Ein Kind, das im Schlaf knirscht, wacht häufig mit Schmerzen an Zähnen, Kiefer und Kopf auf, und seine Zähne reagieren empfindlich auf kalte oder heiße Speisen und Getränke.
Bruxismus kann außerdem zu zurückweichendem Zahnfleisch, Zahnverlust und Gesichtsveränderungen führen. Schwere Formen können sogar Essstörungen, Schlafprobleme sowie psychische Erkrankungen verursachen. Chronisches Zähneknirschen verursacht normalerweise keine gesundheitlichen Probleme, wenn es sich um Milchzähne handelt, kann jedoch auch nach dem Durchbruch der bleibenden Zähne andauern.
Unauffälliges, aber lautes Problem
Zähneknirschen im Schlaf wird bei Kindern meist von Eltern oder Geschwistern wahrgenommen, da das auffälligste Symptom ein kratzendes Geräusch ist, das durch das Aneinanderreiben des Zahnschmelzes entsteht. Möchten Sie das Knirschen bei Ihrem Kind aufzeichnen, können Sie in dessen Zimmer ein elektronisches Babyphone aufstellen. Eine Kontrolle durch die Eltern selbst ist ebenfalls möglich, jedoch kann deren Anwesenheit das Kind wecken.
Der nächtliche Bruxismus, also das Knirschen im Schlaf, lässt sich zudem vom Arzt, insbesondere Zahnarzt, am Zustand der abgenutzten Zähne und des Zahnschmelzes erkennen. Auch ein Kinderarzt kann anhand der Symptome – etwa Gesichtsschmerzen, Mund- oder Kopfschmerzen sowie Schwierigkeiten beim Kauen – eine Diagnose stellen. Zudem können sich der Kinderbruxismus durch Schnarchen, Tagesmüdigkeit und ein blockiertes oder knackendes Kiefergelenk (vor allem morgens) bemerkbar machen.
Zähneknirschen kann bei allen Kindern auftreten, unabhängig von Alter und Geschlecht. Experten warnen jedoch vor verschiedenen Risikofaktoren. Besonders anfällig sind Kinder mit folgenden Beschwerden:
- emotionaler Stress
- Angst
- Depressionen oder depressive Verstimmungen
- Aufmerksamkeitsstörung und/oder Hyperaktivität
- genetische Erkrankungen, z. B. Rett-Syndrom, Pierre-Robin-Sequenz und Autismus-Spektrum-Störung
- Entwicklungsfaktoren, insbesondere Frühgeburt und Mundatmung
- orale Parafunktionen wie Nägelkauen, Kaugummikauen und das Beißen auf Gegenständen
- Fettleibigkeit
- Einnahme bestimmter Medikamente
- Epilepsie
- traumatische Hirnverletzung
- passives Rauchen
Geeignete Behandlung hilft
Zähneknirschen bei Kindern ist behandelbar, wobei die Behandlung nach Schwere der Symptome und der Hauptursache ausgewählt wird. Die häufigste Therapie ist eine Zahnschiene, die das Kind vor dem Schlafengehen aufsetzt und die es die ganze Nacht über trägt. Diese Schutzschiene ähnelt einem Sportmundschutz und wird individuell angepasst.
Es gibt verschiedene Zahnschienenarten – einige schützen vor Zahnschäden, andere verhindern den Kontakt zwischen oberen und unteren Zähnen. Nach Absprache empfiehlt der Zahnarzt die passende Zahnschiene für Ihr Kind.
Liegt die Ursache in schiefen Zähnen, wird ein Zahnarzt oder Kieferorthopäde eine Zahnspange vorschlagen. Natürlich hängt dies davon ab, ob das Kind Milchzähne oder bereits das bleibende Gebiss hat.
Oft ist Stress, verursacht durch die Schule, Probleme zu Hause, neue Erfahrungen oder andere Faktoren die Hauptursache des Knirschens. Wichtig ist zunächst, das Problem zu erkennen, nach Lösungen zu suchen und die Sorgen der Kinder ernst zu nehmen. Sprechen Sie offen mit Ihren Kindern, versuchen Sie ihre Ängste zu mildern, und wenn keine Besserung eintritt, ziehen Sie einen Kinderpsychologen hinzu.
Leben mit knirschenden Zähnen
Das Zähneknirschen Ihres Kindes wird sich vermutlich nicht von heute auf morgen legen. Die meisten Kinder „wachsen“ aus dem Bruxismus heraus, wenn sie ihre Milchzähne verlieren. Dennoch kann das Knirschen unangenehm sein und den Alltag beeinträchtigen. Zur Linderung der Symptome und Vorbeugung von Schmerzen können Sie folgende Tipps zur häuslichen Pflege ausprobieren:
- Wärmen Sie schmerzende Kiefermuskeln mit trockener Wärme (z. B. in der Mikrowelle erwärmte Lavendelkissen) oder kühlen Sie sie mit kalten Umschlägen;
- massieren Sie die Muskeln im Nacken, an den Schultern und im Gesicht;
- vermeiden Sie harte, zähe sowie kauintensive Speisen (z. B. Nüsse, Toast, Steaks);
- kauen Sie keinen Kaugummi;
- gehen Sie mit den Kindern zu einem Physiotherapeuten, der spezielle Dehnübungen vermittelt;
- bringen Sie den Kindern bei, ihre Gesichtsmuskeln tagsüber zu entspannen (wenn Sie den ganzen Tag am Computer sitzen, lernen Sie es auch selbst);
- achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit ausreichend Magnesium, das zur Muskelentspannung beiträgt;
- vermeiden Sie zucker- oder koffeinhaltige Speisen und Getränke vor dem Schlafengehen;
- finden Sie Wege, Stress abzubauen (hilfreich sind Bewegung und Sport, die Endorphine freisetzen, Tiertherapie, Tagebuchschreiben, das Malen von Gefühlen oder neue Hobbys);
- gestalten Sie eine angenehme Abend- und Schlafroutine ohne elektronische Geräte, dafür mit ruhiger Musik, Aromatherapie und einem schönen Gute-Nacht-Buch;
- meditieren Sie gemeinsam mit den Kindern und erlernen Sie Entspannungstechniken sowie Atemübungen.
Quelle:
- Bruxism (Teeth Grinding or Clenching). Online. In: Nemours KidsHealth®. 2021. Verfügbar unter: https://kidshealth.org/en/parents/bruxism.html.
- Teeth Grinding (Bruxism). Online. In: Family Doctor. 2023. Verfügbar unter: https://familydoctor.org/condition/teeth-grinding-bruxism/.
- Teeth Grinding: Why Your Child Does It and How to Prevent It. Online. In: Smilez Pediatric Dental Group. Verfügbar unter: https://smilezpediatricdentalgroup.com/2021/07/07/teeth-grinding-why-your-child-does-it-and-how-to-prevent-it/.
- Dr. Alistair Graham. How to Stop Teeth Grinding in Children. Online. In: Mona Vale Dental. 2025. Verfügbar unter: https://www.monavaledental.com.au/how-to-stop-teeth-grinding-in-children/.





